Mit einem Rollator leichter durch den Alltag

Rollatoren ersetzen keinen Rollstuhl, sondern sie sind eine Gehhilfe für Menschen mit Bewegungseinschränkung. Besonders für Senioren mit gesundheitlichen Einschränkungen ist ein Rollator eine Hilfe. Er bietet Sicherheit beim Gehen, transportiert Einkäufe fast ohne Kraftaufwand und hält für eine kurze Verschnaufpause einen Sitzplatz bereit.

Herkunft des Rollators

Invacare-Rollator

Ein Rollator ist kein Rollstuhl. Er unterstützt Menschen mit einer Gehbehinderung bei ihrer Mobilität und ermöglicht ein selbstständiges Leben. Im Bild: Invacare Rollator.

Das Prinzip eines Rollator wurde 1978 in Schweden von Aina Wifalk, die aufgrund von Kinderlähmung gehbehindert war, erfunden. Erst in den 90er Jahren waren Rollatoren auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich erhältlich. Er ermöglicht Menschen mit Gehbehinderung ein selbstständiges Leben. Der Erfolg des Rollators begründet sich auf der fortschreitenden demografischen Entwicklung.

Bauweise eines Rollators

Rollatoren bestehen aus einem Metallrahmen, der von vier Rädern getragen wird. Zwischen den Haltegriffen ist eine Sitzfläche mit Einkaufskorb oder Einkaufsnetz integriert. Verkehrstüchtige Rollatoren besitzen Klingel und Bremsen. Seit 2004 ist der Rollator ein anerkanntes Hilfsmittel und wird von Krankenkassen gefördert.

Längs- oder quer gefaltet?

Zum einfachen Transport und zur Aufbewahrung lassen sich Rollatoren falten. Quer gefaltete Rollatoren zählen zu der älteren Generation der Gehilfen. Sie werden in Laufrichtung gefaltet und stehen im zusammengefalteten Zustand auf zwei Rädern. Sie werden zur Aufbewahrung an die Wand gelehnt. Längs gefaltete Rollatoren stehen nach dem Zusammenfalten auf allen vier Rädern und sind damit stabiler. Eine Verriegelung verhindert, dass der Rollator unbeabsichtigt wieder auseinander klappt. Ein weiterer Vorteil von Längsfaltern ist, dass der Einkaufskorb nicht entfernt werden muss. Er faltet sich mit zusammen. Der Kauf eines Querfalters wird oft komplett von der Krankenkasse finanziert oder von dieser verliehen. Bei Längsfalten wird ein hoher finanzieller Eigenanteil fällig, denn die die neue Generation der Gehilfen ist meistens teurer, bietet dafür aber mehr Komfort. Je nach Ausstattung Krankenkasse wird ein Eigenanteil zwischen 100 Euro und 300 Euro fällig.

Technische Ausstattung

  • Räder und Bereifung: Rollatoren sind für glatte Untergründe und fürs Gelände gebaut. Ein grobstolliges Profil erhöht die Standfestigkeit im Gelände. Ein feineres Profil verhindert ein Wegrutschen auf glatten Böden.
  • Bremsen: Beide Bremshebel sind unter den Handgriffen angebracht. Sie lassen sich gut greifen. Bei einigen Modellen verlaufen die Bowdenzüge der Bremsen schon innerhalb des Rahmens. Ein Verheddern und die damit verbundene Sturzgefahr werden verringert. Eine Feststellbremse verhindert, dass der Rollator unbeabsichtigt wegrollt. Je größer der Durchmesser der Räder ist, umso stabiler rollt die Gehhilfe.
  • Bauweise Rahmen und Material: Bei Rollatoren wird zwischen einem Trapezrahmen oder einem viereckigen Rahmen unterschieden. Die Bauweise bezeichnet den Abstand zwischen den beiden vorderen Rädern. Er ist entweder parallel zu den hintern Rädern oder die beiden vorderen Räder stehen in einem geringeren Abstand als die Hinterräder zusammen. Am wenigsten Gewicht bringen Gehhilfen mit einem Rahmen aus leichtem Alu auf die Waage. Sie sind schon ab eine Gesamtgewicht von sechs Kilogramm erhältlich und sind trotzdem so stabil wie ein Rollator mit herkömmlichem Metallrahmen. Diese bringen ein Gewicht bis 13 Kilogramm auf die Waage. Dreirädrige Gehhilfen werden nur für den Einsatz im Zimmer empfohlen.

Individuelle Einstellmöglichkeiten

Rollatoren sind in den Größen S, M und L erhältlich. Die Größe des Rahmens und der Schiebesangen passt sich damit der Körpergröße an. Auch die Breite der Sitzfläche ist je nach Größe dimensioniert. Zusätzlich lassen sich die Schiebestangen am Modell nach oben oder unten verstellen. Unterschiedlich ist auch die Belastbarkeit von Rollatoren. Das zulässige Maximalgewicht liegt bei 150 kg. Für übergewichtige Menschen sind XL-Rollatoren erhältlich.

Praktische Features

topro-getraenkehalter

Als Zubehör kann für einen Rollator neben Stock- und Getränkehalter auf diverse Taschen, Netze und Sitzkissen erworben werden. Im Bild: Topro Getränkehalter

Dazu gehören ein integrierter Einkaufskorb oder ein Netz, ein Stockhalter und ein Halter für den Regenschirm. Menschen mit Arthritis haben die Möglichkeit, ihren Rollator mit gelenkschonenden Armauflagen auszustatten. Einige Modelle besitzen eine zusätzliche Halterung für eine Sauerstofflasche. Sehr praktisch sind eine Ankippfunktion und ein Kantenabweiser. Treppen und Bordsteine lassen sich damit besser überwinden und Möbel kommen nicht zu schaden. Als Zubehör sind Beleuchtung, Rückenlehne für die Sitzfläche und eine Abdeckhaube erhältlich.

Überlegungen vor dem Kauf

  • Wo soll der Rollator bevorzugt benutzt werden? (Innenräume, Outdoor oder beides?)
  • Welche Funktion soll er erfüllen? (Nur zum Spazierengehen oder auch Transport von Einkäufen?)
  • Muss die Gehhilfe in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden? (einfaches Zusammenklappen und Ankipphilfe zur Überwindung von Bordsteinen)
  • Körperliche Konstitution – Gewicht und Handhabung des Rollators

Wo kann ein Rollator gekauft werden?

Mittlerweile gibt es die Gehhilfen neben Sanitätshäusern auch zu saisonalen Anboten in Discountern und in großer Zahl und Auswahl im Internet. Online gekaufte Gehhilfen sind günstiger als eine Gehhilfe aus dem Sanitätshaus. Online fehlt jedoch die individuelle Beratung, die persönlichen Einstellmöglichkeiten und ein Fahrtest zur Handhabung ist nicht möglich.

Was sagt die Stiftung Warentest?

2014 wurden 15 längsgefaltete Rollatoren unterschiedler Hersteller getestet. Die Preisspanne lag zwischen 120 Euro und 390 Euro. Sieben Rollatoren wurden mit „gut“ bewertet. Sie überzeugen in puncto Handhabung, Sicherheit und Schadstoffbelastung. Die ersten drei Plätze erreichten der Russka Vital, der Topros Olympos und der Dietz Taima. Mit dem Prädikat befriedigend wurden Modelle, die Schadstoffe enthielten, bewertet.

Nützliche Tipps

Schieben Sie Ihre Gehhilfe mit angewinkelten Armen. Wenn Sie sich aufstützen, dann kann der Rollator kippen. Bei der richtigen Sitzhaltung sind die Beine gebeugt. In Bussen und Bahnen ist ein Rollator kein sicherer Sitzplatz. Stellen Sie während der Beförderung die Feststellbremsen fest.

Zusammenfassung
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Ein Rollator - Überlegungen vor dem Kauf
Beschreibung
Die Stiftung Warentest hat 15 längsgefaltete Rollatoren getestet. Die Preisspanne lag zwischen 120 und 390 Euro. Sieben Rollatoren wurden mit gut bewertet.
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